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Twinning

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Ablauf
Voraussetzungen
Rolle Projektleiter
Rolle Langzeitberater
Rolle Kurzzeitberater
Bewerbungsverfahren
Aktuelle Ausschreibungen

Twinning-Projekte

Was sind Twinning Projekte? Das Programm Verwaltungsaufbau (Institution-Building) in den neuen EU-Mitgliedstaaten und benachbarten Ländern

Gültigkeitsgebiet des Twinning Programms

Twinning ("Verschwisterung") bedeutet, dass öffentlich Bedienstete (Beamtinnen und Beamte, Angestellte, einschließlich Ruheständlerinnen und Ruheständler) aus den öffentlichen Verwaltungen der EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen von Twinning-Ausschreibungen befristet ins europäische Ausland außerhalb des Territoriums der EU-Mitgliedsstaaten oder aber in neue Mitgliedstaaten der EU entsandt werden. Die Abordnungszeiträume variieren zwischen Langzeitberatern (1-3 Jahre) und Kurzzeit-Experten (mehrere Wochen). Ziel des Twinnings ist die Unterstützung des Verwaltungsaufbaus und in der Regel die Vermittlung von Erfahrungen mit dem EU-Recht.

Seit 2002 wird das Twinning-Konzept auch in Ländern ohne Beitrittsperspektive genutzt, darunter Russland, Ukraine, Armenien, Georgien und Kasachstan sowie die Mittelmeeranrainer Libanon, Ägypten, Jordanien, Tunesien und Marokko.
Die Unterstützung der Beitritts- und Nachbarländer der EU beim Verwaltungsaufbau erfolgt in einem Partnerschaftsprozess, bei dem Heranführungsberater (Langzeitberater / LZB) aus den Verwaltungen der Mitgliedsländer die Beitrittsländer auf der Grundlage vereinbarter spezifischer Projekte, die verbindliche Zielstellungen enthalten, vor Ort während der Projektlaufzeit (12-24 Monate) unterstützen. Öffentliche Verwaltungen aus Mitglieds- und Kandidatenländern arbeiten dabei bei konkreten Projekten aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Finanzen, Justiz/Inneres, Regionalentwicklung, Wirtschaft, Binnenmarkt, Telekommunikation, Energie, Arbeit, Gesundheit und Soziales u.a.m. zusammen. Die Projektvolumina für die Beratungsleistungen reichen von 250.000 bis zu 2.000.000 €.

E-Learning Angebot

Die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung bietet seit Kurzem ein E-learning Angebot "Arbeitshilfe zur erfolgreichen Bewerbung auf Twinning-Projekte" im Internet an, das Sie hier aufrufen können. Die Arbeitshilfe bietet ein sehr gut strukturiertes Informationsangebot rund um das Thema Twinning bzw. Twinningbewerbung.

Ablauf

Jedes Twinning-Projekt wird von einem Projektleiter aus der projektführenden Verwaltung geleitet. Dieser steuert das Projekt aus dem jeweiligen EU-Mitgliedstaat und ist Dienstvorgesetzter des LZB. Administrativ unterstützt wird der Projektleiter i.d.R. bei seiner Arbeit durch einen Mandatar, der das Projekt technisch und finanziell abwickelt.
Neben den Langzeitberatern sehen diese Projekte den Einsatz von Kurzzeitexperten und weitere Formen der Wissens- und Erfahrungsvermittlung (Seminare, Workshops) vor.
Die Koordinierung der Twinning-Aktivitäten obliegt in den jeweiligen Ländern dem Nationalen Twinning-Koordinator (NCP), in Deutschland dem BMWi (Referat E B 6). Detaillierte Festlegungen zur Vorbereitung, Durchführung und Bewertung der Twinning-Projekte enthält das von der EU-Kommission erarbeitete Twinning-Handbuch, das englischsprachig im Internet unter
Download Twinning Handbuch abrufbar ist.
In den Vorläuferprogrammen von Twinning (bis 2006 PHARE, Transition Facility, CARDS TACIS und MEDA) rd. 2.200 Projekte zugeteilt und aus dem Budget der Europäischen Union mit rd. 1.400 Mio € gefördert.
Deutsche Behörden konnten davon ca. 450 Projekte als Projektführer gewinnen und beteiligten sich an weiteren 100 Projekten. Damit ist Deutschland das aktivste Twinning-Land. Schwerpunkte der deutschen Beteiligung lagen bei Projekten aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Finanzen, Justiz und Inneres, Gesundheit, Arbeit und Soziales, die von den entsprechenden Bundesministerien, meist in Kooperation mit Behörden aus deren Geschäftsbereich oder mit Behörden auf der Landesebene, durchgeführt werden.

Voraussetzungen

Das Programm ist für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes von Interesse, die überdurchschnittliche Erfahrung in ihrem Arbeitsfeld haben und Interesse an Arbeit im Ausland (interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachen, Flexibilität) mitbringen.

Rollen: Projektleiter

Der Projektleiter ist in der Regel ein aktiver Angehöriger des höheren Dienstes und übernimmt folgende Aufgaben:

  • Er leitet und unterstützt den LZB aus der Heimatbehörde heraus.
  • Er leitet die vierteljährlichen Lenkungsausschusssitzungen zum Projekt
    im Beitrittsland in Zusammenarbeit mit dem LZB und den Beteiligten des
    Beitrittslandes (ca. 3 Tage alle 3 Monate).
  • Er rekrutiert Kurzzeitexperten für das Projekt.
  • Er überwacht das Projektbudget und entscheidet in Budgetfragen in Abstimmung mit der zuständigen Behörde.
  • Er berichtet der EU alle drei Monate über den Projektfortschritt unter Verwendung des Inputs von Langzeit- und Kurzzeitberatern.
  • Der Projektleiter kann auch selbst als Kurzzeitexperte zu den entsprechenden Bedingungen tätig werden.

Dem Projektleiter kann für seine Tätigkeit ein Honorar von 100 € / Arbeitstag (2 oder 3 pro Monat) aus den Mitteln für Projekt-Management-Kosten gezahlt werden. Dieses Honorar sollte mit einem ggf. eingesetzten Mitarbeiter geteilt werden. Administrative Unterstützung bei der Projektabwicklung kann der Projektleiter durch einen Mandatar erhalten.
Während der Projekt-Lenkungsausschusssitzungen erhält der Projektleiter ein Honorar in Höhe von 250 € / Tag. Seitens des NCP wird empfohlen, dieses im Verhältnis von 160 € für den Projektleiter selbst und 90 € für die entsendende Behörde als Kompensation aufzuteilen.
Sofern die Tätigkeit als Nebentätigkeit durchgeführt wird, muss der Projektleiter sich durch den jeweiligen Dienstvorgesetzten bzw. seine Zentralabteilung diese Nebentätigkeit genehmigen und ggf. bestätigen lassen, dass die Arbeit nur außerhalb der Dienstzeit erfolgt und er keine Entlastung im Hauptamt erhält. Er darf pro Jahr nicht mehr verdienen als die Sätze des § 6 der BNV (BundesnebentätigkeitsVO) vorsehen.
Bei Angestellten gelten die Vorschriften des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst -TvöD- mit den dazu erlassenen Rundschreiben.

Langzeitberater (LZB)

Der LZB ist das "Rückgrat" des Twinning-Projektes und ist Hauptpartner der projektführenden Verwaltung der Beitrittsländer. Er leitet den Einsatz von Kurzzeitexperten und koordiniert die anderen Formen der Wissens- und Erfahrungsvermittlung. Für den LZB hat die EU-KOM Regeln erarbeitet, die bei der Auswahl unbedingt zu beachten sind. Die wichtigsten sind:

  • Der LZB unterstützt die Verwaltung im Beitrittsland auf der Basis der vorgegebenen Projektziele. Mit dem Projektleiter aus dem Mitgliedstaat und dem Partner aus dem Beitrittsland trägt er die Verantwortung für die Realisierung der Zielstellungen des Projektes.
  • Der LZB soll über möglichst langjährige, mind. jedoch 3-jährige, Verwaltungserfahrungen bei der Umsetzung des Acquis in nationales Recht auf dem vorgegebenen Gebiet und ggf. praktische Erfahrungen bei dessen Anwendung verfügen.
  • Die EU-KOM bevorzugt den Einsatz aktiver Bediensteter des höheren Dienstes. Bei entsprechender Eignung können jedoch auch Bedienstete im Ruhestand (möglichst nicht länger als 2 Jahre nach dem aktiven Dienst) oder Bedienstete des gehobenen Dienstes als LZB eingesetzt werden.
  • Der LZB sollte über gute Kenntnisse der englischen Sprache verfügen. Die Kenntnis der Landessprache des Gastlandes ist vorteilhaft, jedoch nicht Bedingung. Dem LZB steht in der Regel eine Ortskraft zur Verfügung, die auch für Übersetzungsarbeiten eingesetzt werden kann.

Kurzzeitberater

Der Langzeitberater erfährt im Beitrittsland Unterstützung durch kurzzeitig oder über mittlere Zeiträume entsandte Experten, die über Spezialkenntnisse zu spezifischen Projektkomponenten verfügen.
Die Kurzzeitexperten erhalten für jeden Arbeitstag im Beitrittsland ein Honorar in Höhe von 250 €. Seitens des NCP empfehlen wir, dieses im Verhältnis von 160 € für ihn persönlich und 90 € für die entsendende Verwaltung als Kompensation aufzuteilen. Zur Bestreitung von Unterkunft und Verpflegung stehen ihnen je nach Kandidatenland unterschiedliche Tagessätze zu (s. Abschnitt 5).
Das Honorar unterliegt der inländischen Einkommensteuer. Für die Tagessätze gilt folgende Regelung:

Innerhalb der ersten 3 Monate führen die Experten eine Dienstreise durch, danach gelten die Bestimmungen für die doppelte Haushaltsführung. In beiden Fällen können für die ersten 3 Monate die Verpflegungsmehraufwendungen mit den steuerlichen Auslandstagegeldern steuerfrei belassen werden. Die Unterkunftskosten können steuerfrei gezahlt werden, entweder in tatsächlich entstandener Höhe oder für die ersten drei Monate täglich mit dem für den ausländischen Tätigkeitsort maßgebenden Auslandsübernachtungsgeld und nach Ablauf der ersten 3 Monate mit täglich 40 v.H. des Auslandsübernachtungsgeldes.

Sofern die Tätigkeit als Nebentätigkeit durchgeführt wird, muss der Kurzzeitexperte sich diese durch den jeweiligen Dienstvorgesetzten bzw. seine Zentralabteilung genehmigen und ggf. bestätigen lassen, dass die Arbeit nur außerhalb der Dienstzeit erfolgt und er keine Entlastung im Hauptamt erhält. Er darf pro Jahr nicht mehr verdienen als die Sätze des § 6 der BNV (BundesnebentätigkeitsVO) vorsehen.

Für Angestellte des öffentlichen Dienstes gelten die Vorschriften des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst -TvöD- mit den dazu erlassenen Rundschreiben.

Bewerbung und Ansprechpartner

Grundsätzliche Informationen zum Twinning-Programm können Sie bei der Europaabteilung der Bevollmächtigten der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa, Herrn Seele-Liebetanz, erhalten, E-Mail,Tel. (0421) 361-8995.

Möchten Sie Ihre Unterlagen schon "auf den neuesten Stand" bringen, empfiehlt sich auch, Ihren Lebenslauf in Englisch und Deutsch zu erstellen, am besten im Format des "Europass" Lebenslaufs. Weitere Infos erhalten Sie, wenn Sie auf die Links klicken.

Aktuelle Ausschreibungen

Wenn Sie Interesse an einer Tätigkeit im Rahmen von Twinning-Projekten haben, informieren Sie sich bitte zunächst über die aktuellen Twinning-Ausschreibungen, die Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie www.bmwi.de finden.

Außerdem sei hier auf ein E-learning Angebot der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung hingewiesen: "Arbeitshilfe zur erfolgreichen Bewerbung auf Twinning-Projekte".
Die Arbeitshilfe bietet ein sehr gut strukturiertes Informationsangebot rund um das Thema Twinning bzw. Twinningbewerbung.

Weitere Links

Infobroschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft:
Ihr Weg zum Experten für Twinning-Projekte
Aktuelles Twinning Handbuch